Sind Geldgeschenke für Kinder zu Weihnachten sinnvoll? - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Sind Geldgeschenke für Kinder zu Weihnachten sinnvoll?

Dank Geldgeschenken können sich Kinder später einen grossen Wunsch erfüllen – so die Idee. Doch das setzt Disziplin und den sorgfältigen Umgang mit Finanzen voraus. Der Bankexperte erklärt, was Eltern beachten sollten, wenn das Kind Geld geschenkt bekommt.

In Zusammenarbeit mit Credit Suisse

Text: Patrick Lehner
Bild: Mikhail Nilov von Pexels

Bald ist Weihnachten und die Grosseltern fragen uns, was sie ihrer Enkelin, 7, schenken können. Am liebsten würden sie Geld geben. Wir wissen nicht so recht, was wir davon halten sollen. Erfassen Kinder mit sieben Jahren bereits die Bedeutung von Geld? Und ist es sinnvoll, wenn unsere Tochter plötzlich über eigenes Geld verfügt?
Donata, 40, und Matteo, 42, aus Schwyz

Liebe Donata, lieber Matteo
Es kann speziell für Grosseltern eine Herausforderung sein, ihrem Enkelkind etwas Sinnhaftes zu schenken. Viele geben deshalb gerne einen Batzen. Geldgeschenke sind praktisch und ermöglichen dem Enkelkind, sich selbst etwas Schönes auszusuchen – oder den Betrag zu sparen. Trotz dieser Vorteile kann ich verstehen, dass Sie sich Gedan-ken machen, denn Kinder müssen den Umgang mit Geld – speziell mit Geldgeschenken – erst lernen. Die Taschengeldstudie der Credit Suisse zeigt: Schweizer Eltern trauen ihren Kindern ab dem Alter von zehn Jahren zu, selbständig über Geldgeschenke zu verfügen. Da Ihre Tochter noch jünger ist, ist es besonders wichtig, dass Sie mit ihr über den Wert und die Verwendung des Geldes sprechen. Mit dem Geldgeschenk verfügt sie möglicherweise auf einen Schlag über das Zehn- oder Zwanzigfache ihres Sackgeldes. Das kann Kinder überfordern. Fragen Sie Ihre Tochter am besten, ob sie einen Wunsch hat, den sie sich gerne erfüllen möchte, wie beispielsweise ein neues Velo. Legen Sie dann gemeinsam fest, dass das Geld nur dafür ausgegeben wird.

Auf die Verpackung kommt es an

Damit Ihre Tochter den Wert des Geschenkes schon bei der Übergabe versteht, sollten die Grosseltern das Geld nicht einfach in einem schlichten Umschlag überreichen, sondern es spannend verpacken. Ansonsten könnte das Geldgeschenk neben den anderen Geschenken als uninteressant oder weniger wertvoll empfunden werden. Das ist übrigens ganz normal, denn vor der Pubertät freuen sich Kinder am meisten über Dinge, die sie noch am selben Abend auspacken und nutzen können. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Tochter aktiv für das Geldgeschenk bedankt, zum Beispiel mit etwas Selbstgebasteltem. Das schärft ihr Bewusstsein für den Wert des Geschenkes und macht Grossmami und Grosspapi eine Freude.

Möchten die Grosseltern Ihrer Tochter eine grössere Summe schenken? Oder künftig regelmässig einen Geldbetrag überweisen? Dann empfehlen Sie ihnen die Eröffnung eines Geschenk-Sparkontos – auf den Namen Ihrer Tochter. Dieses bietet in der Regel einen Vorzugszins und eine kostenlose Kontoführung. Zudem kann man es mit einem Geschenk-Fondssparplan kombinieren. Dabei definieren die Grosseltern einen Betrag der Spareinlage, der dann regelmässig in Fondsanteile investiert wird. Zum 18. Geburtstag können die Grosseltern das angesparte Geld mittels einer Geschenkurkunde überreichen. Damit kann ihre Tochter den Betrag vom Konto beziehen und nach ihren eigenen Wünschen verwenden, zum Beispiel für eine längere Reise oder für Fahrstunden.

Kindsvermögen

Wem gehört das Geld, das mein Kind geschenkt bekommt?

Geld, das ein Kind geschenkt bekommt und erbt, ist laut Gesetz sogenanntes «gebundenes Kindsvermögen». Das bedeutet: Das Geld gehört allein dem Kind und darf von den Eltern nicht für eigene Zwecke verwendet werden. Da Kinder in der Schweiz erst ab dem 18. Geburtstag als handlungsfähig gelten, können sie vorher nicht selbst über ihr Vermögen verfügen. Daher ist es Aufgabe der Eltern, das Kindsvermögen zu verwalten, zum Beispiel mit einem Geschenk-Sparkonto auf den Namen des Kindes. Nicht erlaubt ist es hingegen, dass Eltern das Geld auf ihr eigenes Konto überweisen.

5 Tipps zum Thema Geldgeschenke

  1. Mit dem Kind über Wert und Verwendung des Geldgeschenkes sprechen
  2. Geldgeschenke interessant und schön verpacken
  3. Das Kind sollte sich bewusst für das Geschenk bedanken
  4. Bei regelmässigen oder grösseren Summen ein Geschenk-Sparkonto einrichten
  5. Das Geschenk-Sparkonto mit einem Geschenk-Fondssparplan kombinieren


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Patrick Lehner
ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.

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