Gestresste Eltern im Lockdown
Sexualität
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Wenn die Sexualität fehlt, dann kann das also auch ein Hinweis sein, dass es in der Beziehung an sich nicht stimmt? 

Es gibt Paare mit oder ohne Kinder, die seit vielen Jahren glücklich ohne Sex miteinander sind. Hat ein Paar aber ein Problem mit seinem fehlenden Intimleben, dann kann das bedeuten, dass es um ganz andere Themen geht, das Problem primär also nicht in der Sexualität liegt, sondern hier nur die Funktion der Distanztreiberin übernimmt. 
«Verhandeln Sie mit Ihrem Partner oder mit Ihrer Partnerin, wenn Sie etwas anders haben wollen.»

Nun, der Alltag ist derzeit anstrengender, die Ungewissheit über die Zukunft stresst viele Menschen und der Ton im Familien- oder Paarleben wird gereizt. Was tun?

Gereiztheit bedeutet immer: Etwas triggert einen. Daher ist die Frage: Was triggert Sie wirklich in diesem Moment? Wirft man dem Partner etwas vor, dann hat das immer etwas mit einem selbst zu tun. Eine andere Person würde dasselbe Verhalten vielleicht gar nicht so provozieren. Aber in einer Partnerschaft ist ein Trigger-Thema eine Aufforderung hinzugucken und sich zu fragen: Was brauche ich, damit es mich nicht mehr triggert? Übernehmen Sie die Verantwortung für sich selbst und kommunizieren Sie Ihrem Gegenüber, was Sie brauchen. Und nicht den Vorwurf. 

Der Haushalt ist derzeit ein grosses Trigger-Thema. Auch wenn sich Männer mehr am Haushalt beteiligen als früher, bleibt der grössere Teil der Care-Arbeit gemäss Studien nach wie vor an den Frauen hängen. Was macht Frau mit diesem Widerspruch?

Einfach weniger machen. 

Also tagelang über Socken hinwegsteigen, die im Flur vor sich hin müffeln? 

Manchmal fällt es Frauen schwer, Kontrolle abzugeben, weil sie so schnell sind und alles im Blick haben. Viele Frauen würden wohl dann einfach diese Socken schnell wegräumen, weil sie denken: Bis es der Mann macht, geht es ewig. Und darin liegt das Problem. Wenn sie auch so entspannt damit umgingen, dann wäre die Chance gross, dass ihr Gegenüber dann mal sagt: Ok, ich mach es! Meine Erfahrung ist: Männer sind, was den Haushalt betrifft, tiefentspannt. Sie machen es dann aber schon. Einfach in ihrem Tempo. 
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Bis dahin ist die Partnerin mit den Nerven fertig. 

Aber dann sind wir wieder am gleichen Punkt: Sie lässt sich triggern und dann liegt das Problem bei ihr. 

Oder, dass der Partner ihr seinen Lebensrhythmus überstülpt.

Das ist ja die Krux. Sie möchte es schnell erledigt haben, aber wenn sie das so von ihm einfordert, macht sie ja das dasselbe. Mein Tipp ist daher: Verhandeln Sie. Im konkreten Fall: verhandeln Sie mit Ihrem Partner, mit Ihrer Partnerin, das Tempo des Aufräumens. Erklären Sie Ihrem Gegenüber, wieso es Ihnen wichtig ist, dass etwas bis dann erledigt sein müsste. Und lassen Sie sich auch darauf ein, zu hören, wieso es Ihrem Partner wichtig ist, nicht alles gleich wegräumen zu müssen. Dann kommt oft Bewegung in die Situation.

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