Kinderängste: Woher kommen sie? Wie können Eltern helfen? - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Kinderängste: Woher kommen sie? Wie können Eltern helfen?

Lesedauer: 14 Minuten

Nehmen Ängste überhand, machen sie krank. Jedes zehnte Kind erlebt in seiner Entwicklung eine behandlungsbedürftige Angst. Woher Kinderängste kommen – und was dagegen hilft.

Ein Mädchen wirbelt in luftiger Höhe, mal kopfüber im Spagat, mal wie eine Spinne an einem losen Tuch hochkletternd. Anna* ist 15 Jahre alt. Was gibt ihr Sicherheit? Das um den Fuss gewickelte Tuch? Oder ist es die Angst, die Anna jede Bewegung mit grösster Vorsicht ausführen lässt? Seit fünf Jahren macht die Jugendliche Zirkusakrobatik, am liebsten am Vertikaltuch und am Luftring. Sie habe Höhenangst, sagt sie. Aber an diesen Geräten fühle sie sich sicher. Warum? Anna: «Weil ich mich selbst halten kann.»

Dann, am Abend, zu Hause. Anna hilft ihrem Vater kochen. Der Käse fehlt. «Holst du ihn bitte aus dem Keller?», fragt der Vater. Anna zögert. Im Keller ist es dunkel. Was, wenn jemand dort ist? Was, wenn die Tür zugeht und sie alleine eingesperrt bleibt? In Windeseile türmen sich ihre Gedanken zu einem Angstgebilde. «Komm bitte mit», sagt Anna leise zu ihrer jüngeren Schwester. Die Schwester stöhnt: «Du hast immer Angst!» – und geht dann mit.

In der Pubertät sind Mädchen doppelt so häufig wie Jungs von Ängsten betroffen.

Jedes zehnte Kind erlebt im Verlauf seiner Entwicklung eine behandlungsbedürftige Angst. Jungen und Mädchen sind im Kindesalter etwa gleich häufig betroffen – in der Adoleszenz trifft es Mädchen rund doppelt so häufig wie Buben.

Doch was ist Angst eigentlich, woher kommt sie und wie können Eltern sie bei ihrem Kind erkennen? Welche typischen Angststörungen gibt es? Und: Wie werden sie behandelt? Diesen und weiteren Fragen wollen wir auf den Grund gehen.

Was bedeutet Angst bei Kindern und Jugendlichen?

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