Wann ist meine Tochter bereit für eine eigene Bankkarte?
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Wann ist meine Tochter bereit für eine eigene Bankkarte?

Digitale Zahlungsmittel prägen unseren Alltag immer mehr. Auch Kinder werden schon früh damit konfrontiert. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für eine eigene Debitkarte? Empfehlungen vom Experten der Credit Suisse.
Text: Patrick Lehner
Bild: Deepol/Plainpicture

In Zusammenarbeit mit Credit Suisse
Meine Tochter ist in der vierten Klasse und geht öfter mit ­Freundinnen shoppen. Bisher nahm sie dabei in ihrem Portemonnaie ihr Sackgeld mit. In den letzten Wochen hat sie an der Kasse häufig den Hinweis gesehen, bargeldlos zu zahlen. Jetzt fragt sie mich, ob sie eine eigene Bankkarte haben kann. Ich bin skeptisch: Ist sie schon reif dafür? 
Elvira, 41, aus Birsfelden BL
Liebe Elvira
Nicht erst seit der Corona-Krise ist bargeldloses Bezahlen immer mehr im Trend, denn es bringt viele Vorteile. In manchen Bereichen ist es sogar nicht mehr wegzudenken. Grund genug, auch Kinder und Jugendliche an das Thema heranzuführen.

Ob Ihre Tochter reif für ein eigenes Konto und eine Debitkarte ist, das können Sie als Mutter intuitiv am besten bestimmen. Kinder sind da sehr unterschiedlich. Dass Ihre Tochter selber aktiv nach einer ­Karte gefragt hat, ist ein gutes Zeichen. Dies zeigt ihr Interesse und die Bereitschaft, sich mit diesem Thema zu befassen. Fragen Sie sie, ob sie Lust hat, ihr Sackgeld in Zukunft auf einem eigenen Konto und mit einer eigenen Karte zu verwalten. So bietet sich eine gute Möglichkeit, Ihre Tochter aktiv im Umgang mit digitalem Geld zu schulen.

Für die meisten Kinder ist der Schritt zum eigenen Konto spannend und aufregend, aber auch eine neue Herausforderung. Nehmen Sie sich die Zeit und erklären Sie Ihrer Tochter, wie das Sparen und Bezahlen ohne Bargeld funktioniert.

Den eigenen Umgang mit digitalem Geld aufzeigen

Wenn Sie ihr zudem zeigen, dass auch Sie Ihre Ausgaben, die Sie mit der Karte bezahlt haben, mit dem Bankkonto abgleichen und nochmals bewusst Revue passieren lassen, wird Ihre Tochter dadurch für den Umgang mit Bankkarten und Bankkonten sensibilisiert. Dabei ist es wichtig, aufzuzeigen, was die Karte alles kann, wofür Sie sie selber brauchen – und dass die Plastikkarte wertvoll ist. Begleiten Sie Ihre Tochter, wenn sie zum ersten Mal mit ihrer Debitkarte an der Kasse bezahlen oder Geld abheben möchte. So erlangt sie nach und nach immer mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im Umgang mit ihren Finanzen.
Fragen Sie hin und wieder bei Ihrer Tochter nach, wie sie mit der Karte umgeht oder wie sie mit dem Bankkonto zurechtkommt. Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um ein aufmerksames Beobachten. Aus der Verschuldungsforschung wissen wir, wie wichtig es für junge Menschen ist, dass sich Eltern für ihre Finanzen interessieren und ein Auge darauf haben, was mit dem zur Verfügung gestellten Geld gemacht wird.

Setzen Sie Ihre Tochter dabei aber nicht unter Druck. Wenn es darum geht, für sie ein eigenes Konto zu eröffnen, sollte die Initiative von Ihrer Tochter kommen. Es empfiehlt sich dabei, die verschiedenen Angebote zu vergleichen. Manche Banken bieten für Kinderkonten vergleichsweise hohe Zinsen. Damit Ihre Tochter nicht ins Minus rutscht, ist es sinnvoll, ein reines Guthabenkonto zu wählen, zu dem eine Debitkarte ausgegeben werden kann. Bei Bezahlung mit der Karte wird der Betrag dann direkt dem verbundenen Konto abgezogen. Um Ausgaben zu begrenzen, kann man zudem eine Monats- oder Tageslimite definieren. So wird bargeldloses Bezahlen für Ihre Tochter langsam, aber sicher zu einer alltäglichen Routine.

Kindesvermögen – was gilt es zu beachten?

Sackgeld, der Batzen für ein Ämtli, das Nötli vom Götti oder die Erbschaft der Grossmutter: Auch Kinder besitzen bereits Geld. Doch wohin damit? Wer trägt die Verantwortung für das Geld der Kinder, bis sie volljährig sind? Und wem gehört es rechtlich bis dahin?

Kinder sind in der Schweiz mit 18 Jahren handlungsfähig. Bis dahin ist es Aufgabe der Eltern, das Vermögen der Kinder zu verwalten. Keinesfalls sollte es jedoch auf dem elterlichen Konto liegen. Denn so ist weder dokumentiert, dass es sich um das Kindes­vermögen handelt, noch garantiert, dass es unangetastet bleibt. Stattdessen gibt es separate Konten für Kinder. Das Konto läuft auf den Namen des Kindes und schafft so Klarheit, wem das Geld gehört. Wollen Grosi oder Götti regelmässig für ein Kind sparen, eignet sich ein Geschenk-Sparkonto.

Bei den Ersparnissen des Nachwuchses unterscheidet der Gesetzgeber zwischen gebundenem und freiem Kindesvermögen.

Gebundenes Kindesvermögen
Geld, das Kinder zum Sparen aus Schenkungen oder Erbschaften erhalten. Dieses verwalten die Eltern bis zur Volljährigkeit des Kindes. Schenkende können den Verwen­dungszweck des Geldes festlegen – zum Beispiel die Ausbildung des Kindes. Die Eltern dürfen davon dann kein Fahrrad oder Smartphone für ihren Nachwuchs kaufen.

Freies Kindesvermögen
Sackgeld, Jugendlohn, von Kindern selbst erarbeitetes Geld wie zum Beispiel der Lehrlings­­lohn. Kinder dürfen darüber selbst bestimmen. Das freie Kindesvermögen eignet sich gut dafür, dass Eltern ihre Kinder an den Umgang mit digitalem Geld, Konto und Debitkarte heranführen.

Ob gebundenes oder freies Kindesvermögen – generell gilt: Das Geld gehört immer dem Kind selbst!
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4 Tipps zum Umgang mit Konto und Karte

  1. Erklären Sie Ihrem Kind, wie man ein Bankkonto und eine Debitkarte verwendet.

  2. Interessieren Sie sich für die Finanzen Ihres Kindes.

  3. Überlassen Sie die Initiative für ein eigenes Konto dem Kind.

  4. Prüfen Sie verschiedene Kinderkonto-Angebote und vergleichen Sie die Zinsen.

In der Viva Kids World finden Eltern Ratschläge, Tipps und Tricks für die Finanzerziehung. Kinder entdecken die Finanzthemen gemeinsam mit der Viva Kids Bande. credit-suisse.com/vivakidsworld

<div><strong>Patrick Lehner </strong>ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.</div>
Patrick Lehner ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.

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