Ist es fair, wenn der Bruder mehr Taschengeld bekommt?
Geld

Ist es fair, wenn der Bruder mehr Taschengeld bekommt?

Diskussionen rund ums Taschengeld: Das kommt in vielen Familien vor. Wie viel ist genug? Was ist fair? Welche Spielregeln gelten? Praktische Tipps vom Bankexperten der Credit Suisse.
Text: Patrick Lehner
Bild: zvg / pixabay.com
In Zusammenarbeit mit Credit Suisse
Kürzlich ist bei uns am Familientisch eine Diskussion um das Taschengeld unserer drei Kinder entbrannt. Unsere 11-jährige Tochter bekommt 7 Franken pro Woche. Sie findet es unfair, dass wir ihrem drei Jahre älteren Bruder 40 Franken pro Monat geben. Und dann wollte unser Jüngster, 9, wissen, wann er endlich so viel wie seine Schwester erhält. Gibt es Richtlinien für die Höhe von Taschengeld? Und wie kann man Kinder dazu erziehen, sinnvoll mit ihrem Taschengeld umzugehen?
Anita, 42, und Reto B., 44, Dättwil AG
Liebe Anita, lieber Reto
Diskussionen ums Taschengeld gehören zum Familienleben. Schliesslich dreht sich bei Kindern heute schon vieles ums Geld – und im Zeitalter von Chats und Social Media tauschen sie sich auch mit Freundinnen und Freunden darüber aus. Ich kann Sie aber beruhigen: Mit Ihrer Taschengeldregelung liegen Sie genau im Schweizer Durchschnitt.

Der Schuleintritt eignet sich hervorragend, um mit Taschengeld zu starten und Kindern den Umgang mit Geld beizubringen. Pro Juventute und der Dachverband Budgetberatung Schweiz empfehlen, Kindern ab sechs Jahren ein Taschengeld von 1 Franken pro Woche zu geben. Das Taschengeld kann dann um 1 Franken pro Schuljahr erhöht werden. Für Zehn- und Elfjährige sind 25 bis 30 Franken pro Monat angemessen, für Zwölf- bis Vierzehnjährige 30 bis 50 Franken pro Monat.

Die Höhe des Taschengeldes hängt natürlich auch vom Familienbudget ab. Darum ist es sinnvoll, transparent zu machen, wie viel Taschengeld möglich ist. Nicht jede Familie ist finanziell in der Lage, ihren Kindern ein Taschengeld zu geben. Auch das sollte kein Tabuthema sein.

Sie fragen, wie Sie als Eltern Ihre Kinder beim Umgang mit Geld am besten begleiten können. Hier ist Kreativität gefragt. Hilfreich ist es, wenn Sie mit Ihren Kindern frühzeitig über die Verwendung von Geld sprechen und sich für ihre Kaufwünsche interessieren. Auch für Ratschläge zur Definition von Sparzielen sind Ihre Kinder Ihnen dankbar.

Optimal ist es, wenn Sie als Eltern gemeinsam mit Ihrem Kind festlegen, wofür das Taschengeld verwendet wird. Dieses ist in der Regel für persönliche Wünsche und das Vergnügen des Kindes gedacht. Ob ein Stickerheft, Süssigkeiten vom Kiosk oder ein Spielzeug dabei okay sind, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihren Kindern. Innerhalb der vereinbarten «Spielregeln» sollten die Kinder aber ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen – dazu gehören auch Fehlkäufe. Diese sind wichtige Lernerfahrungen. Dennoch gelten nach wie vor dieselben Familienregeln: Wenn Süssigkeiten nach dem Abendessen tabu sind, dann gilt dies auch für die selbstgekaufte Schoggi.

Taschengeld ist für Ihre Kinder ein gutes Übungsfeld, sich mit Geldfragen auseinanderzusetzen. Je älter sie werden, desto mehr Verantwortung sollten sie dabei übernehmen.

Ich bin überzeugt, dass das Thema Geld bei Ihnen am Familientisch weiterhin zu vielen spannenden Diskussionen führen wird. Und das ist auch gut so! Denn es ist wichtig, dass Kinder schon früh lernen, den Wert von Geld zu erkennen und vernünftig damit umzugehen.

4 Tipps zum Taschengeld

  1. Definieren Sie bei Einführung des Taschengelds den Betrag und den Zweck.

  2. Zahlen Sie Taschengeld regelmässig und unaufgefordert.

  3. Stocken Sie das Taschengeld nicht zwischendurch auf, sondern warten Sie bis zum nächsten Zahltermin.

  4. Interessieren Sie sich für die Wünsche Ihrer Kinder und sprechen Sie über eine sinnvolle Verwendung von Geld und mögliche Sparziele.
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<div><strong>Patrick Lehner </strong>ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.</div>
Patrick Lehner ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.

Weitere Informationen zum Thema Taschengeld finden Sie auch in der Taschengeld-Studie der Credit Suisse:
 credit-suisse.com/taschengeldstudie

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