Credit Suisse: Sollen wir unsere Söhne mit Geld für ihre Ämtli motivieren?
Geld

Sollen wir unsere Söhne mit Geld für ihre Ämtli motivieren?

Kinder in die alltäglichen Hausarbeiten miteinzubeziehen, ist empfehlenswert. Doch nicht jede Aufgabe ist für jedes Alter geeignet. Und finanzielle Entschädigungen sollten Eltern ihrem Nachwuchs nur in besonderen Fällen geben. Tipps vom Experten der Credit Suisse.
Text: Patrick Lehner
Bild: istockphoto.com

In Zusammenarbeit mit Credit Suisse
Seit wir aufgrund der Corona­krise als Familie besonders viel Zeit zu Hause verbringen, möchten wir unsere beiden Söhne (5 und 7 Jahre alt) in die Hausarbeiten miteinbeziehen. Jedoch sind wir unschlüssig: Ab welchem Alter können Kinder gewisse Aufgaben im Haushalt übernehmen? Und sollen wir ihnen dafür ein Sackgeld geben?

Sonja, 40, und Tobias M., 45, St. Gallen
Liebe Sonja, lieber Tobias

In Zeiten von Homeoffice und Homeschooling gewinnt eine faire Aufteilung der Hausarbeiten für ein friedliches Zusammenleben in der Familie an Bedeutung. Deshalb ist es empfehlenswert, Kinder bei der Verteilung von Ämtli miteinzubeziehen. Dadurch kann jedem Familienmitglied ein Bereich zugeteilt werden, für den es zuständig ist. Kinder übernehmen somit schon früh Verantwortung und lernen, dass die Mithilfe im Haushalt zum Familienleben dazugehört.

Die Ämtli sollten stets dem Alter des Kindes angepasst werden. Grundsätzlich können Kinder bereits ab fünf Jahren leichte Aufgaben wie den Tisch decken oder Einkäufe einräumen selbständig erledigen. Je älter die Kinder werden, desto herausfordernder dürfen die Ämtli sein, die sie übernehmen. Wollen Kinder schon früher Mama oder Papa bei den alltäglichen Hausarbeiten helfen, spricht ebenfalls nichts dagegen. Auch wenn die Arbeit dadurch etwas länger dauert. Das elterliche Vorbild und gut funktionierendes Teamwork fördern bei den Kindern nicht nur den Gemeinsinn, sondern erhöhen auch ihr Selbstvertrauen und sind daher für die Entwicklung des Kindes essenziell.

Die Gefahr bei der ­Motivationsspritze

Die alltäglichen Ämtli sind ein selbstverständlicher Beitrag zum funktionierenden Familienleben. Daher ist es nicht ratsam, die Kinder für die Mithilfe im Haushalt zu belohnen – sei es in Form von Geld oder anderweitiger Gegenleistung. Bekommen Kinder für die Haus­arbeiten Geld, ändert sich die Erwartungshaltung und es besteht die Gefahr, dass sie sich an die Belohnung gewöhnen.

Es ist auch davon abzuraten, Geld als Motivationsspritze einzusetzen, wenn die Kinder keine Lust mehr auf die ihnen aufgetragenen Ämtli haben und diese vernachlässigen. Gehen Sie der Unlust lieber gemeinsam mit Ihren Kindern auf den Grund. Vielleicht finden sie, dass die Ämtli unfair verteilt sind? Oder sie wollen lieber einmal eine neue Aufgabe übernehmen? Dabei kann es hilfreich sein, den aufgestellten Ämtliplan zusammen durchzugehen und so zu überarbeiten, dass alle mit der neuen Einteilung zufrieden sind. 

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