Vorbild bleiben – auch von Teenagern
Entwicklung

Vorbild bleiben – auch von Teenagern

So können Eltern weiter Einfluss nehmen, wenn sich ihr Kind an anderen zu orientieren beginnt. 
Text: Birgit Weidt
Bild: Rawpixel.com

6 Gedankenstösse für Eltern von Teenagern zum Thema Vorbildsein: 

Auch jetzt gilt: Vorbild sein statt Vorhaltungen machen. Heranwachsende suchen Orientierung und Ermutigung, gerade wenn sie Neues ausprobieren wollen, sei es einen Berg zu besteigen oder Schlagzeug spielen zu lernen. Es spornt sie an, wenn Mutter und Vater sagen: Probier dich aus! Trau dich! 

Orientierung geben: Teenager sind oft unsicher auf der Suche nach sich selbst. Was hilft: Biografien lesen oder als Dokus schauen. Lebenswege wagemutiger, aussergewöhnlicher Menschen, die Risiken eingegangen sind, nach­zuvollziehen, ermuntert. Zu sehen, dass andere sich durchkämpfen, den Erfolg erarbeiten mussten, ihnen nichts in den Schoss gefallen ist, kann anspornen.

Im Gespräch bleiben: Auch wenn Teenager sich Vorbilder suchen, von denen Mutter und Vater nicht begeistert sind, sollten diese nicht gleich negiert werden. Es ist wichtig, zu erfahren, was im Kind vorgeht, warum es nun genau dieser Held sein soll. Die Jugendlichen legen es ja darauf an, sich konträr zu den Eltern aufzustellen, das gehört zum ­Abnabelungsprozess und zur Bildung eigener Ansichten und Meinungen. 

Sich in Gelassenheit üben: Wer mit zu viel Druck an einen Jugendlichen herantritt, riskiert eine Entfremdung, die sich wiederum auf die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern auswirken kann. Nicht gleich aufregen, Verständnis zeigen, das hilft den Teenagern, sich zu ent­wickeln, und ermutigt, bei Schwierigkeiten sich vielleicht doch den Eltern anzuvertrauen.

Klare Regeln festlegen: Verhandeln statt anordnen: Wenn Kinder älter werden, müssen Eltern Dinge aushandeln, statt einfach nur anzuordnen. Hilfreich ist es, sich einmal pro Woche zusammenzusetzen und Aufgaben zu besprechen. Dabei konkret werden und sich nicht auf vage Versprechen einlassen. Jugendliche sollen argumentieren lernen und nicht nur ihr Gesicht verziehen und abhauen.

Sich erinnern: Gespräche mit Teenagern lassen sich zwar nicht erzwingen, aber Gesprächsangebote sollten immer wieder gemacht werden. Hierbei kann es hilfreich sein, wenn Eltern mehr von sich erzählen, auch über eigene Gedanken und Meinungen sprechen und von ihrer Jugend erzählen.

<div>Auf der Suche nach einer eigenen Identität orientieren sich Kinder zunächst an den Eltern – und grenzen sich dann immer stärker von ihnen ab. <strong>Wie Müttern und Vätern das Vorbildsein gelingt, erfahren Sie im </strong><a href="https://www.fritzundfraenzi.ch/dossiers/vorbild-sein"><strong>Online-Dossier </strong><strong><em>«</em></strong><strong>Vorbild sein</strong><strong><em>»</em></strong></a><strong>.</strong></div>
Auf der Suche nach einer eigenen Identität orientieren sich Kinder zunächst an den Eltern – und grenzen sich dann immer stärker von ihnen ab. Wie Müttern und Vätern das Vorbildsein gelingt, erfahren Sie im Online-Dossier «Vorbild sein».

Lesen Sie mehr zum Thema Vorbilder:

  • Vorbild sein: Will ich so werden?
    Kinder orientieren sich an Vorbildern, imitieren sie, grenzen sich ab – und finden so zur eigenen Identität. Eltern sind die ersten Leitplanken für Mädchen und Jungen. Doch wie werden Mütter und Väter als Vorbilder angenommen?

  • «Jugendliche können sich ihre eigenen Vorbilder aussuchen»
    Der Entwicklungspsychologe Moritz Daum sagt, dass bei der Vorbildsuche älterer Kinder Äusserlichkeiten nicht wichtiger sein müssen als innere Werte. Wesentlich sei für die Orientierung Heranwachsender die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

  • Wie Eltern Gene prägen
    Wie ein Kind sich entwickelt, hängt von einem komplexen Zusammenspiel zwischen seinen Erbanlagen und Umweltfaktoren ab. Darüber, wie gross der elterliche Einfluss dabei ist, gehen die Expertenmeinungen auseinander.

  • «Gemeinsam lachen hilft über vieles hinweg»
    Martina
    , 38, Fachfrau Langzeitpflege in der ­Alterspsychiatrie, und Martin Gerber, 40, Automobil­diagnostiker, leben mit ihren Söhnen Timo, 13, und Leo, 11, in Sumiswald BE. Sie wollen den Kindern beibringen, die eigene Meinung zu vertreten, aber auch Kompromisse einzugehen.

  • «Wir leben Respekt und Toleranz vor»
    Marcelle Graf
    , 38, ist Buchhalterin und Assistentin der Geschäftsleitung in einem Planerbüro. Der Vater ihrer Söhne Ariseo, 11, und Nelio, 9, wohnt auch in St. allen und ist trotz ­Trennung für die Kinder präsent.

  • «Meinen Eltern ist mein ganz persönliches Glück das Wichtigste»
    Julia Vincenz
    , 16, macht eine ­Ausbildung zur Fachfrau Betreuung und lebt mit ihren Eltern Martina Arpagaus und Curdin Vincenz, beide 47, sowie ihrem Bruder Florian, 14, in Zürich. Sie sagt, ihre Mutter habe ihr vorgelebt, immer sie selbst zu sein.

  • Dossier: Vorbild sein
    Auf der Suche nach einer eigenen Identität orientieren sich Kinder zunächst an den Eltern – und grenzen sich dann immer stärker von ihnen ab. Wie Müttern und Vätern das Vorbildsein gelingt, erfahren Sie in diesem Dossier.

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