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Entwicklung

Teenies pubertieren früher  – aber erwachsener sind sie nicht

Text: Claudia Landolt
16 ist das neue 18: Körperlich sind die heutigen Jugendlicher schneller reif als frühere Generationen. Das zeigen entsprechende Vergleiche. Das heisst jedoch nicht, dass sie intellektuell ebenso zügig unterwegs sind.
Periode und Samenerguss markieren den Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben. Biologisch gesehen tritt dieser Punkt immer früher ein. Bei jungen Frauen tritt die erste Periode durchschnittlich mit 13 Jahren ein. Vor hundert Jahren lag dieser Wert noch bei 17 Jahren. Dasselbe Bild bei den Jungs: Die  Spermienproduktion setzt zwischen 12,5 und 16,5 Jahren ein. «Würde man eine Foto einer Gruppe 16-jähriger Männer von vor hundert Jahren neben eine von heute stellen, könnte man deutliche Unterschiede erkennen», erklärt Moritz Daum, Professor für Entwicklungspsychologie in Zürich in der Schweiz am Sonntag. So seien Bartwuchs oder Körpergrösse deutlich weiter entwickelt als früher. Doch die frühere körperliche Reife zöge nicht automatisch einen früheren mentalen Reifungsprozess mit sich. «Wir sind früher reif, aber später erwachsen», so Marlis Buchmann, Soziologieprofessorin an der Universität Zürich in eben dieser Zeitung. 

Intellektuelle Reife kommt später, aber differenzierter

Kinder und Jugendliche verfügen heute über ein grösseres Wissen und über besser entwickelte oder ganz andere Problemslösungsstrategien als in früheren Generetationen, schreibt die Schweiz am Sonntag weiter. Das habe mit dem Ausbau des Bildungswesens zu tun, denn diese ziehe eine Ausdehnung der Jugendphase mit sich so Buchmann. Sollte Jugendlichen deshalb früher das Autofahren oder ein Stimmrecht eingeräumt werden? Das sollte flexibel gehandhabt werden, sagen Experten. 16-Jährige seien durchaus in der Lage, an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen, so Buchmann. Beim Autofahren sei eher Vorsicht geboten, sei man doch in der Adolszenz risikofreudiger als im Erwachsenenalter.

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Bild: Screenshot «Girls»/HBO
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