«Introvertierte Kinder sind das Gegenteil von einem Durchlauferhitzer»
Entwicklung
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Wie können Eltern und Lehrpersonen introvertierte Kinder unterstützen und fördern?

  • Wichtig ist in erster Linie, die Selbstakzeptanz und das Selbstvertrauen der Kinder zu fördern. Das Kind sollte die Erfahrung machen, dass es so, wie es ist, angenommen und geliebt wird. Eltern oder Lehrer sollten es nicht unter Druck setzen, sich anders zu verhalten, als es seiner Natur entspricht.

  • Die Umgebung zu Hause und in der Schule sollte eher so gestaltet sein, dass die Kinder sich wohlfühlen und sie selbst sein können. Sie dürfen still sein und sich auch mal zurückziehen. Nach der Schule haben sie zum Beispiel erst einmal Zeit für sich und ihre Freizeit ist nicht mit Aktivitäten durchgeplant. Die Eltern sollten ihr Kind nicht mit Fragen löchern, aber Zeit und ein offenes Ohr haben, wenn es etwas erzählen möchte. Auch in der Schule sollte es Rückzugsorte geben, zum Beispiel einen ruhigen Ort zum Lesen, sowie Zeiten, in denen die Kinder einer ruhigen Tätigkeit nachgehen können.

  • Wichtig ist aber auch, die Kinder zu ermutigen, ab und zu ihre «Komfortzone» zu erweitern und etwas zu wagen, was sie nicht so gerne machen – am besten behutsam und in kleinen Schritten. So können die Eltern mit ihrem Kind vereinbaren, dass es sich wenigstens zwei bis drei Mal pro Stunde meldet oder dass es eine neue Freizeitaktivität in der Gruppe ausprobiert, aber auch wieder aussteigen kann.

  • Eltern und Lehrer können die Stärken der Kinder wie Ausdauer, durchdachte Ideen oder gutes Zuhören gezielt loben, ebenso wenn es etwas gewagt hat, was es nicht so gerne macht – ohne ein grosses «Trara» darum zu machen.

  • Lehrer können in der Schule zwischen Aufgaben, die extravertierten Kindern, und solchen, die introvertierten Kindern liegen, wechseln – etwa zwischen Gruppen- und Einzelarbeit. Weil introvertierte Kinder nicht so spontan sind, hilft es ihnen, wenn alle ihre Gedanken zunächst auf Kärtchen schreiben, bevor die Antworten in der Klasse besprochen werden.

Quellen: Buch «Still und stark: Die Kraft introvertierter Kinder und Jugendlicher» von Susan Cain; Empfehlungen von Sina Bardill und Brigitte Stirnemann

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