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Entwicklung
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Irritationen nach der Rückkehr in die Heimat?

Nicht zu unterschätzen ist die Rückkehr nach Hause. Sie ist oft mit einem Kulturschock verbunden. «Die Jugendlichen haben sich stark verändert, zu Hause ist aber alles gleich geblieben», sagt Kurt Büchler. «Das ist für sie irritierend.» Manche gäben sich auch etwas überheblich, sähen auf ihre Gleichaltrigen, die zu Hause geblieben sind, herab. Nach ein paar Monaten pendle sich das wieder ein. Hilfreich seien Treffen mit der Organisation und anderen ehemaligen Austauschschülern. Ein Jahr im Ausland ist ein Abenteuer und wird von den Jugendlichen fast durchwegs als persönlicher Erfolg gewertet. «Ein Austauschjahr hat fast nur positive Aspekte», sagt der Zürcher Psychiater Mario Olgiati, dessen Tochter auch ein Austauschjahr absolviert hat. Am Anfang müssten sich die Jugendlichen durchkämpfen und das Alleinsein aushalten. Aber dann komme es gut: «Alle, die ich kenne, sind gut heimgekehrt und haben enorm profitiert.»
Gerade in der Zeit der Pubertät kann ein Auslandsjahr eine heilsame Erfahrung sein.
Die Jugendlichen befinden sich mit 17 in einer schwierigen Entwicklungsphase. Da sei eine Auslanderfahrung ein Geschenk des Himmels: «Die Schule ödet sie oftmals an und sie merken langsam, was es heisst, erwachsen zu werden», sagt Olgiati. «Eine Auslandserfahrung belebt die Teenager, reisst sie aus ihrem Trott. Die Kinder müssen sich Unbekanntem stellen, sich öffnen, es mit sich selbst aushalten. Und sie lernen sich neu kennen. Das alles sind Erfahrungen fürs Leben.» 
Wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Austauschjahr sind: Selbständigkeit, Kontaktfreudigkeit und psychische Belastbarkeit.
Wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Austauschjahr sind: Selbständigkeit, Kontaktfreudigkeit und psychische Belastbarkeit.

Die fünf wichtigsten Punkte:

  1. Sich rund ein Jahr vor Abreise informieren: über die Schule und über Intermundo, Dachorganisation zur Förderung von Jugendaustausch
  2. Kosten abklären (Stipendien)
  3. Bestes Alter: 16 bis 17 Jahre
  4. Wer kann gehen? Kantonsschüler, Lehrlinge, Jugendliche im Zwischenjahr nach der Schule
  5. Ein Austauschjahr ist nicht nur etwas für die stärksten Schülerinnen und Schüler

Zum Autor:

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Robert Bossart
ist freier Journalist in Luzern. Seine Tochter plant dieses Jahr einen Sprachaufenthalt in England.

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