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Elternbildung

Wie Eltern die Kreativität ihrer Kinder fördern können

In jedem Kind steckt die Freude am Entdecken, Ausprobieren und Erforschen. Im Schulalltag bleibt für die Förderung der künstlerischen Kreativität meist wenig Spielraum. Hier sind die Eltern deshalb besonders gefragt.
Text: Susanne Kurz
Unter Kreativität versteht man die Fähigkeit, zu gestalten, Neues zu erschaffen und produktiv zu denken. Kreative Menschen verfügen über ein aktives Wahrnehmungsvermögen und gutes Sozialverhalten. Weil sie Probleme in erster Linie als Herausforderung annehmen, gehören sie meist zu den Problemlösern: Sie sind aktiv, originell und haben den Mut, von Trampelpfaden abzuweichen.

Kreativität hilft der gesunden geistigen Entwicklung und beim Aufbau eines starken Selbstwertgefühls. Künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten und Ausdrucksformen sind auch wichtig bei der Verarbeitung von Schwierigkeiten und Problemen und ebenso bei der Identitätsfindung.

Die Freude am «Machen» fördert überdies die Lust an der Kommunikation: Das Kind erklärt sein Bild, es spricht über ein Lied, das es gelernt hat, oder über das Musikstück, das es gerade übt. Unmerklich werden immer auch das Gestaltungsund Vorstellungsvermögen geschult und das räumliche Denken trainiert. Und nicht zuletzt wollen kreative Kinder verstehen, analysieren, hinterfragen. Das sind wichtige Fähigkeiten fürs Leben, die später auch in sehr vielen Berufen gefragt sind.

Wenn man Kinder in ihrer Kreativität aber nicht angemessen unterstützt, können sie mit der Zeit das Vertrauen in die eigenen künstlerischen Fertigkeiten verlieren. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als Eltern die kreative Entwicklung Ihres Kindes fördern, indem Sie an seine Fähigkeiten glauben und es zum Kreativsein ermutigen. 

Beobachten Sie Ihr Kind. Wie ist sein Spielverhalten, wie entwickelt es seine Fantasie? Singt, malt, liest oder tanzt es gerne, oder kann es sich besonders gut mit Worten ausdrücken? Wenn Sie festgestellt haben, was Ihr Kind besonders interessiert, können Sie es auf mancherlei Weise unterstützen. 

Vielleicht können Sie das notwendige Material oder eine spezielle Ausrüstung beschaffen beziehungsweise leihen – dann etwa, wenn es um ein Musikinstrument, einen Malkoffer oder Bastelmaterial geht. Zeichnet sich ab, dass sich das Kind wirklich in eine bestimmte Tätigkeit vertiefen möchte, suchen Sie entsprechende Schulungsmöglichkeiten. Der Aufwand kann je nach Tätigkeit ins Geld gehen – zögern Sie nicht, Beratung und allenfalls finanzielle Hilfe zu suchen.

Dossier Resilienz

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Dieser Artikel gehört unserem Online-Dossier zum Thema Resilienz an. Erfahren Sie mehr darüber, was Ihr Kind stark macht.

Das Kind entscheiden lassen

Überlassen Sie den Entscheid, welche kreative Richtung eingeschlagen werden soll, Ihrem Kind. Stehen Sie dann Ihrem Kind unterstützend zur Seite, indem Sie es beraten und Auskünfte einholen, um sein Interesse zu verwirklichen. Möchte das Kind nach kurzer Anlaufzeit schon wieder aufhören, sollten Sie nicht gleich zustimmen. Ihr Kind soll die Möglichkeit haben, die eigenen Fähigkeiten zu erproben, Lernerfahrungen zu machen, Freude und Stolz über Erreichtes und Erarbeitetes zu spüren – all das ist nicht möglich, wenn es gleich wieder aufgibt. Zeigt sich jedoch nach einiger Zeit, dass beispielsweise das falsche Musikinstrument gewählt worden ist oder dass der Töpferkurs eben doch nicht das Richtige war, sollten Sie dem Kind helfen, ein Tätigkeitsfeld zu finden, das ihm mehr entspricht.
Loben Sie. Auch wenn das Bild nicht ihrer Vorstellung von Kunst entspricht.
Durch Ihr eigenes Engagement können Sie die Motivation und das Interesse des Kindes an künstlerischen Tätigkeiten weiter fördern. Gehen Sie mit ihm hinaus in die Natur, sammeln Sie im Wald oder am Flussufer Material, aus dem man etwas basteln kann. Zeigen Sie dem Kind, wie man Papier falten oder wie man mit Handpuppen Theaterstücke aufführen kann, wie man im Wechselspiel eine Fortsetzungsgeschichte entwickelt, wie man beim Fotografieren das Auge auf ein besonderes Detail lenkt oder wie man sich im Tanz bewegt. Besuchen Sie mit dem Kind Museen, zeigen und erklären Sie ihm Bilder, die Ihnen besonders lieb oder vertraut sind – es gibt so viele Zugänge zu kreativem Tun und Erleben.

Was dabei nicht zu vergessen ist: Wenn Sie mit Ihrem Kind Eindrücke sammeln, sprechen Sie mit ihm darüber, tauschen Sie sich aus, und stärken Sie damit immer auch die Beziehung zu Ihrem Kind.

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