Elternbildung
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6. Ist man als Mutter oder Vater immer Vorbild? 

Es heisst immer, man müsse Vorbild sein. Aber eigentlich ist man Vorbild, ob man will oder nicht. Ich halte es mit dem deutschen Pädagogen Friedrich Fröbel, der sagt: «Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts.»

Caroline Märki, Elterncoach

7. Was macht eine gute Mutter, einen guten Vater aus? 

Dass sie bereit sind, mit ihren Kindern zusammen zu wachsen. Eltern, die von ihren Kindern lernen und sich dabei weiterentwickeln. Eltern, die nicht schon im Voraus wissen, wie es geht, sondern auf die Rückmeldungen der Kinder eingehen und sich und ihren Erziehungsstil immer wieder reflektieren. Eltern, die nicht perfekt sein wollen. Das Ziel oder das Endergebnis der Erziehung sollte die optimale seelische und soziale Gesundheit des Kindes sein.

Caroline Märki, Elterncoach

8. Darf man sein Kind anlügen?

Das ist eine schwierige Frage, die ich mit «eher nein» beantworten würde. Eltern lügen ihre Kinder eigentlich immer an, gerade wenn es um Tabus wie das Sexualleben der Eltern oder andere für sie peinliche Themen geht. Auch Todesfälle und andere schwerwiegende Ereignisse gehören dazu. Sie tun dies in der Absicht, ihr Kind schützen zu wollen. Verwendet man die altersentsprechende Sprache und handelt es sich nicht um ganz intime Themen, kann man mit Kindern über alles reden.

Allan Guggenbühl, Gewaltexperte

9. Wie sagen Eltern ihrem Kind, dass es gerade total nervt?

Indem man sein Verhalten kritisiert und nicht seine Persönlichkeit. Fragt ein Kind also 50 Mal dasselbe, antwortet man: «Es nervt mich, dass du mich das 50 Mal fragst.» Ist das Kind schon in der Pubertät, tut man gut daran, das etwas umzuformulieren, denn Pubertierende sind zuweilen sehr empfindlich. Bei ihnen ist es besonders wichtig, aus der Ich-Perspektive zu formulieren, beispielsweise so: «Es geht für mich nicht, dass …» oder «Ich möchte nicht, dass du …» oder «Ich erwarte eine Antwort, wenn ich dich etwas frage».

Allan Guggenbühl, Gewaltexperte
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10. Weiss man als Mutter oder Vater in jeder Situation, was gut ist für das Kind?

Intuitiv spürt man häufig, was passen würde, nur zweifelt man meistens daran. Aber es gibt hinter dem Wissen zu meinen, was gut ist für sein Kind, auch eine kontrollierende Form: diejenige, die dem Kind die eigene Entwicklung verbaut. Für nicht wenige Eltern sind Kinder der Edelstein auf ihrem Ego, und an dem wird dann kräftig herumpoliert. 

Philipp Ramming, Kinder- und Jugendpsychologe

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