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Elternbildung

Aufzeichung: Kinder und Jugendliche unter Druck

Warum zeigen heute schon Kindergartenkinder Stress-Symptome und was können Eltern machen, wenn sich ihr Schulkind ständig unter Druck fühlt? Wir haben unsere Leserinnen und Leser zum Talk im Kulturpark in Zürich mit den Psychologen Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund geladen. Schauen Sie sich jetzt die Aufzeichnung an oder lesen Sie unsere Zusammenfassung.
Text: Bianca Fritz
Bilder und Video: Bianca Fritz und Florina Schwander
Raus aus dem Stress und nehmen Sie sich Zeit für dieses Video: Wir haben den gesamten Talk für Sie aufgezeichnet. Die Experten Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund, erklären woher der Stress bei Kindern und Jugendlichen kommt und was Eltern tun können, um sie zu unterstützen. Quelle: bearbeitetes Facebook-Live-Video

Wesentliche Erkenntnisse in unserer Zusammenfassung:

Stress entsteht, wenn ein Mensch vor Aufgaben steht und nicht mehr glaubt, dass er sie bewältigen kann. Kurze Phasen von Stress sind normal, können sogar antreiben, wenn ein Mensch aber dauerhaft unter Stress zeigt, führt das Symptomen wie Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Problemen mit der Verdauung und vielem mehr.

Schon Kinder kennen diese Symptome. Viele Schulkinder klagen über Überforderung und Kopfweh. Kleine Kinder aber können ihr Überforderungsgefühl noch nicht äussern. Hier raten die Psychologen Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler genau hinzusehen und zum Beispiel immer wieder auftretendes Bauchweh ohne körperliche Ursache ernstzunehmen.

Laut der aktuellen Juvenir-Studie betrachten Kinder und Jugendliche selbst besonders Schule und Ausbildung als Stressauslöser. Wenn sich ein Kind dauerhaft von der Schule unter Druck gesetzt fühle, könnten Eltern helfen, indem sie gemeinsam mit dem Kind feste Lern- und Erholungszeiten einführen. Wenn die eingeführten Lernzeiten nicht ausreichen, solle man tatsächlich auch darüber nachdenken, ob die derzeit gewählte Schulform die richtige für das Kind sei, so die Psychologen auf dem Podium. Das Glück des Kindes zähle mehr, als die Matur!  «Damit meine Kinder später glücklich werden, muss ich schauen, dass sie HEUTE glücklich sind», fasst es Fabian Grolimund zusammen. 
Druck aus dem Elternhaus, die ständige Erreichbarkeit mit dem Smartphone oder Freizeitstress spielen laut Juvenir-Studie eher eine untergeordnete Rolle als Stressauslöser bei Kindern und Jugendlichen. Allerdings wünschten sich die Kinder gleichzeitig mehr wirklich freie Zeit. Diese Diskrepanz lässt sich dadurch erklären, dass bei Selbstauskünften wohl die wenigsten Kinder die Dinge, die ihnen eigentlich Spass machen, als Stress-Auslöser angeben würden. Gleichzeitig stresst es sie, dass sie einfach immer mehr machen. 

Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund empfehlen, einen Wochenplan aufzumalen und nachzuprüfen: Wo bleibt tatsächlich noch Zeit fürs freie Spiel oder zum entspannen? 

Zuletzt leben Eltern «das  gestresste Leben» natürlich auch vor. Fabian Grolimund empfiehlt, dass Eltern innehalten, wenn sie ihr Kind immer wieder mit den Worten «mach doch mal schneller» antreiben müssten. Dies sei ein guter Zeitpunkt, um sich zu fragen: «Was ist da in meinem Leben los, dass ich das Kind immer hinter mir herschleifen muss? Und möchte ich das so?»

Weiterlesen: 

Gerade keine Zeit, den Artikel zu lesen, oder das Video zu schauen? Dann pinnen Sie dieses Bild bei Pinterest und heben Sie es für später auf. Unsere Pinterest-Pinnwände mit spannenden Themen für Eltern finden Sie unter: www.pinterest.ch/dasschweizerelternmagazinfritz
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Zitierte Studie:

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