Alkohol, Tabak, digitale Medien: was Eltern wissen sollten
Elternbildung
Seite 2

Ecstasy (MDMA)

Sie werden vollsynthetisch in Labors hergestellt und deshalb als Designerdrogen bezeichnet: MDMA (kurz für 3,4-Methylendioxymethamphetamin), auch bekannt als ­Ecstasy, und Substanzen wie MMDA, MDA, MDEA sowie MBDM, die eine chemisch ähnliche Struktur haben. Die Partydrogen, die unter ganz verschiedenen Namen vertrieben werden, werden meist oral eingenommen oder geschnupft.

Ecstasy und seine Derivate sorgen für eine erhöhte Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn und wirken euphorisierend, halluzinogen und sinnlichkeitsverstärkend, die Wirkung hält zwischen vier und sechs Stunden an.

Die Substanzen können überdosiert werden und zu akut lebens­bedrohlichen Zuständen führen. Oft werden ihnen andere Substanzen beigemischt. Mittelfristige Nebenwirkungen des Konsums können Angstzustände, Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen sein. Langfristig kann Ecstasy toxisch auf Nervenzellen wirken und das Gehirn schädigen. 

Speed (Amphetamine)

Sie werden meist in illegalen Labors in Europa und Asien hergestellt und sind besonders in der Partyszene sowie zur Leistungssteigerung beliebt: Amphetamine, bekannter als Speed, und Methamphetamine, bekannter als Thai-Pillen, Crystal oder Ice. Die synthetisch hergestellten Substanzen werden als Tabletten und Pulver geschluckt, geschnupft oder geraucht und machen sehr schnell abhängig.

Amphetamine sorgen für die Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin, ihre Wirkung kann bis zu 12 Stunden anhalten. Methamphetamine wirken ähnlich, aber stärker und länger. Konsumierende haben das Gefühl einer gesteigerten Denk- und Konzentrationsfähigkeit, sie befinden sich in einem stark euphorisierten Zustand und verspüren keinen Hunger, Durst oder keine Müdigkeit.

Beide Substanzen können überdosiert werden und somit zu akut lebensbedrohlichen Zuständen führen. Langfristige Folgen des Konsums können Depression, Angst­zustände, Psychosen, Organschäden und ein geschwächtes Immunsystem sein. 

Digitale Medien

Seit gut 30 Jahren gibt es das Internet, seit fast zwei Jahrzehnten verändert es die Art und Weise, wie wir kommunizieren und uns informieren, erheblich. Es ist per Computer, Tablet, Handy und Smartwatch quasi ständig verfügbar. 
Intensiver Internetkonsum kann – wie die Einnahme psychoaktiver Substanzen –  das Belohnungssystem im Gehirn verändern.
Der intensive Gebrauch des Internets kann – genau wie der Konsum psychoaktiver Substanzen – das Belohnungssystem im Gehirn verändern. Dies kann dazu führen, dass Betroffene immer mehr Zeit online verbringen und andere Bereiche des Lebens darunter leiden. Neurobiologische Studien ­zeigen, dass Personen mit einer problematischen Internetnutzung veränderte Strukturen in Gehirnregionen aufweisen, die unter anderem für das Gedächtnis, die Motivation und die kogni­tive Kontrolle zuständig sind. Inwieweit sich Substanzkonsum und die Abhängigkeit vom Internet ­tatsächlich ähneln, muss jedoch in weiteren Studien untersucht werden.

Quelle: Sucht Schweiz
Anzeige

Lesen Sie mehr aus dem Dossier «Sucht»:


0 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren

Diese Webseite nutzt Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier.