Elternbildung
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Wie bestraft man ein Kind bei Regelverstössen in der Pubertät?

In der Pubertät funktionieren Strafen nicht mehr, wohl aber Konsequenzen. Diese sollten wenn möglich etwas mit dem Regelverstoss zu tun haben. Wenn der Sohn oder die Tochter also zu spät zum Abend­essen kommt, gibt es nichts mehr zu essen. Oder wenn der Teenager über eine längere Zeit sein Zimmer nicht aufräumt, machen ihm die Eltern auch die Wäsche nicht mehr. Das fällt Eltern gerade zu Anfang der Pubertät zuweilen schwer. Doch das müssen sie aushalten, ebenso das Chaos, das der neue Lebensabschnitt mit sich bringt.

Allan Guggenbühl, Gewaltexperte

Wie reagiere ich als Vater, wenn mir der Freund meiner Tochter nicht passt?

Am besten gehen Sie das altväterisch an: Sie nehmen den jungen Mann zur Seite und sagen ihm: «Ich bin kein Fan von dir, aber du schaust gut zu meiner Tochter. Und für den Fall der Fälle weiss ich, wo du wohnst.» Man sollte die Kinder beim Finden einer Partnerschaft etwas ausprobieren lassen, sie aber dabei tragen. Das heisst: Die Kinder gern haben, sich nicht einmischen und nur dann in den Tisch beissen, wenn es niemand sieht.

Philipp Ramming, Kinder- und Jugendpsychologe

Der Sohn schwänzt die Schule, kommt zu spät nach Hause und sitzt täglich vor seiner Spielkonsole. Muss ich anfangen, mir ernsthaft Sorgen zu machen?

Wenn der Kontakt zwischen Ihnen abbricht und das Kind nichts mehr erzählt, dann ist Zeit, sich Sorgen zu machen. Denn Kinder brauchen die Aufmerksamkeit der Eltern als eine Art Sicherheitsnetz. Wendet man die Aufmerksamkeit, den Blick von ihnen ab – sei es aus Wut oder Enttäuschung –, dann wirds gefährlich.

Was man also in solchen Situationen versuchen kann, ist, den Kindern zu sagen: «Wenn ich dir eine SMS schreibe, will ich bald eine Antwort. Es geht dabei nicht um dich, sondern um mich – ich muss wissen, dass du lebst.» Idealerweise haben Kinder mit dieser Strategie nicht das Gefühl, kontrolliert zu werden. Generell geht es darum, ihnen eine Art Versicherung zu bieten. Wenn die Kinder wissen, dass sie okay sind, wie sie sind, gehen sie nicht verloren.

Philipp Ramming, Kinder- und Jugendpsychologe

Was können Eltern tun, wenn ihr pubertierendes Kind sie ignoriert?

Im Grunde sagen die Jugendlichen den Eltern in der Pubertät: «Tschüss, ich gehe jetzt und lebe mein eigenes Leben, von dem ich nicht so genau weiss, wie es ausschauen wird.» Das auszuhalten, ist schwer. Es ist in Ordnung, einen Anspruch an die Kinder zu haben, aber man hat kein Recht darauf, dass er erfüllt wird, nur weil man der Vater oder die Mutter dieses Kindes ist. Es ist normal, dass junge Menschen Dinge ausprobieren wollen, sich abkapseln und mit sich und den Kollegen beschäftigt sind. Jugendliche brauchen eine sichere Homebase und die Gewissheit, getragen zu werden – und keine alten Eltern, die nerven, weil sie wahrgenommen werden wollen.

Philipp Ramming, Kinder- und Jugendpsychologe
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Die Tochter will Influencerin werden. Hilfe! Was soll ich nur tun?

Wenn die Tochter sagt, sie wolle Sängerin werden, rümpfen die Eltern auch die Nase. Trotzdem gibt es Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Ein Influencer-Job hat etwas Künstlerisches. Influencer haben eine gute Zukunft vor sich. Erstens zahlen Schweizer Firmen im Vergleich zum Ausland überdurchschnittlich gut, zweitens stecken auch Unternehmen wie Detailhändler oder Einrichtungshäuser einen immer grösseren Teil ihres Marketingbudgets in Social Media. Früher war es ein Monolog, das Unternehmen sagte dem Kunden: Das musst du kaufen. Heute versuchen sie, einen Dialog herzustellen. Deshalb werden Influencer immer wichtiger. Ich empfehle, klein anzufangen und Influencer erst einmal im Nebenjob zu sein. So muss man keine Kompromisse eingehen. Viele Influencer arbeiten zum Beispiel nebenher im Marketing oder als Fotografen.

Melanie Balasopulos, Dozentin an der Swiss Digital Influencer Academy, Influencerin mit 
2,5 Millionen Followern
«In der Pubertät funktionieren Strafen nicht mehr – wohl aber Konsequenzen.»
Allan Guggenbühl, Gewaltexperte

Welcher Ratschlag hilft einem Menschen am Anfang seiner Berufszeit?

Kaum ein Fusspfad verläuft linear. Es ist wie bei einem Orientierungslauf: Das Ziel kennt man, der Weg ist voller Überraschungen und oft auch gespickt mit Hindernissen. Sie zu überwinden, macht stark. Der Kompass mit der Zielrichtung hilft, schnelles Aufgeben schadet. Durchhalten lohnt sich.

Carl Bossard, Gymnasiallehrer

100 Fragen und Antworten zu Erziehung, Familie und Schule

Lesen Sie hier weitere Fragen und Antworten aus unserem grossen Dossier. 





  • 19 Fragen zum Thema Elternsein und Paarleben
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