Wie bringe ich meinem Kind das Sparen bei?

Was können Eltern tun, um ihr Kind behutsam an den Umgang mit Geld heranzuführen und zu motivieren, etwas zur Seite zu legen? Tipps vom Bankexperten der Credit Suisse.
Meine Tochter, 7, bekommt jede Woche etwas Sackgeld. Doch immer, wenn wir an einem Kiosk oder Spielwarengeschäft ­vorbeikommen, will sie am liebsten alles auf einmal ­ausgeben. Oft fragt sie auch nach zusätzlichem Sackgeld, denn das Einteilen des Geldes fällt ihr schwer. Wie kann ich meine Tochter beim Umgang mit Geld unterstützen und ihr beibringen, auch Geld zu sparen?
Elise, 38, aus Zug
Liebe Elise

Geld ist für Kinder etwas Abstraktes. Geldbeträge sind für sie oft schwer einzuordnen. Sie wissen zwar, dass 100 Franken mehr als 10 Franken sind – doch der wahre Wert ist ihnen unbekannt. Finanzerziehung ist daher ein wichtiges Thema.

Viele Eltern folgen dem Motto «Über Geld spricht man nicht». Doch Geld sollte kein Tabuthema in der Familie sein. Wenn Kinder zum Beispiel fragen, wie viel Geld die Familie eigentlich hat, können Eltern grob aufzeigen, was sie im Monat verdienen. Erklären Sie das Einkommen immer im Verhältnis zu den Ausgaben. Zeigen Sie Ihrer Tochter zum Beispiel auf, wie viel das Haus oder die Wohnung und das Auto kosten, wie viel man für den Lebensmitteleinkauf ausgibt und wie sich Ferien, Kleidung und Spielsachen aufs Familienbudget auswirken. Und dass nach Abzug der Lebenshaltungskosten am Ende des Monats nur ein Teil des Verdienstes übrig bleibt.

Mit Finanzen umgehen heisst auch sparen können. Doch dazu muss Ihre Tochter verstehen, warum es sinnvoll ist, Geld auf die ­Seite zu legen. Das ist gar nicht so einfach, denn Kinder leben im Hier und Jetzt und geben schnell Impulsen nach. Umso wichtiger ist es, mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrer Tochter, dass Sie manchmal ganz bewusst darauf verzichten, etwas zu kaufen, obwohl es Ihnen gefällt. Und dass Sie dies tun, weil zu einem späteren Zeitpunkt eine grössere Ausgabe wie etwa die lang ersehnte Ferienreise ansteht – die Sie sich sonst nicht leisten könnten. So versteht Ihre Tochter, was es heisst, Prioritäten zu setzen.

Lernen, Prioritäten zu setzen

Lassen Sie Ihre Tochter eine Liste der eigenen Wünsche erstellen und ­diese nach Prioritäten einteilen. So kann sie sich entscheiden, wofür sie ihr Sackgeld am liebsten sparen möchte. Falls Ihre Tochter sich einen grösseren Wunsch erfüllen möchte, zum Beispiel ein neues Velo, können Sie vereinbaren, dass sie einen Teil des Sackgeldes dafür spart und den anderen Teil jetzt zur Verfügung hat. So kann sie sich weiter kleine Wünsche erfüllen und gleichzeitig für die grosse Anschaffung sparen. Zusätzlich können Sie Ihrer Tochter anbieten, den Rest dazuzulegen, wenn sie einen bestimmten Betrag erspart hat. Das motiviert sie zusätzlich, das Sparziel zu erreichen. Sollte Ihre Tochter ihr Sackgeld vor Monats­ende ausgeben, ist es aber nicht ratsam, ihr das nächste Taschengeld im Voraus zu geben. Wenn sie sich verkalkuliert hat, ­sollte sie bis zum Wochenbeginn warten. So sensibilisieren Sie sie dafür, nur Geld auszugeben, das sie hat.

Eine gute Möglichkeit mit dem Sparen anzufangen, ist die Geldaufbewahrung im Sparkässeli. Es gibt immer mehr kindgerechte elektronische Sparkässeli, die mit spannenden Funktionen Kinder animieren, Geld zurückzulegen. Das bereitet Freude und motiviert nochmal extra! 

Die wichtigsten 5 Tipps zum Sparen

  1. Mit Kindern über Geld sprechen
  2. Vorbild sein
  3. Gemeinsam konkrete Sparziele definieren
  4. Kein Taschengeld vorschiessen
  5. Geld im Sparkässeli sparen
In der Viva Kids World finden Eltern Ratschläge, Tipps und Tricks für die Finanzerziehung. Kinder entdecken die Finanzthemen gemeinsam mit der Viva Kids Bande. credit-suisse.com/vivakidsworld

Patrick Lehner ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.
Patrick Lehner ist Leiter Basisprodukte der Credit Suisse und Vater von vier Kindern.