«Eltern sind nicht für alles verantwortlich»

Braucht es Erziehung, wenn die Beziehung stimmt? Was sind sinnvolle Regeln? Und machen Eltern etwas falsch, wenn es mit dem Nachwuchs nicht rundläuft? Psychologin, Familienberaterin und Forscherin Annette Cina von der Universität Fribourg beleuchtet die grossen Erziehungsfragen und erklärt, warum Eltern nicht alles kontrollieren können.

Interview: Virginia Nolan
Bilder: Raffael Waldner / 13 Photo

Frau Cina, Erziehung ist heute mit unterschiedlichen Assoziationen verknüpft. Was verstehen Sie darunter?

Das Ziel von Erziehung ist Sozialisation. Es geht darum, dass Eltern versuchen, dem heranwachsenden Kind mitzugeben, was es braucht, um sich in seiner Umwelt zurechtzufinden. Was soll es lernen, welche Erfahrungen machen? Die Antwort auf diese Frage gibt die Richtung vor, in die wir das Kind lenken – das Erziehungsverhalten, mit dem wir Einfluss nehmen auf seine Entwicklung. Dabei wählen Eltern unterschiedliche Strategien.

Knüpfen wir gleich an die grosse Frage an: Was soll das Kind lernen?

Beleuchten wir die Frage aus entwicklungspsychologischer Sicht, sollte Erziehung das Kind vor allem zur Selbständigkeit befähigen. Es soll dereinst in der Lage sein, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, als Teil der Gesellschaft, in der es lebt. Dafür braucht es ein paar grundlegende Fähigkeiten – Lebenskompetenzen, sozusagen.
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