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Redaktionsblog

Das Editorial im Februar

Liebe Leserin, lieber Leser

Nein, ich habe nie gekifft. Habe nicht einen einzigen Joint geraucht. Es hat mich nicht interessiert. Ich habe einen Höllenrespekt vor Rauschmitteln aller Art. Sich zudröhnen, betäuben, wegschiessen ist nicht mein Ding. Wenn ich einen Kick brauche, steige ich aufs Rad und quäle mich den Berg hoch. Bis die Beine schmerzen und die Gedanken fliegen.

«Ich kiffe, weil es Spass macht», sagt Marco. Der KV-Lehrling zog mit 14 Jahren zum ersten Mal an einem Joint. Heute habe er seinen Konsum im Griff, «manchmal rauche ich wochenlang nicht». Jetzt sei seine Mutter dahintergekommen, das stresse ihn total, «allein beim Gedanken an eine Familiensitzung zum Thema Kiffen ergreife ich die Flucht». Wie sollen Eltern reagieren, wenn sie merken: mein Kind kifft? Nicht in Panik verfallen, raten Experten, nichts überstürzen, das Kind nicht unter Druck setzen. Und keine schnellen Veränderungen erwarten. Kiffen ist ein Phänomen der Jugend, viele hören von selber wieder auf.
Nik Niethammer präsentiert im Coverfilm des ElternMagazins Fritz+Fränzi die aktuellen Themen der Februar-Ausgabe und das grosse Dossier «Kiffen».
Die gute Nachricht im Dossier «Vernebelt» meiner Kollegin Virginia Nolan: Es wird weniger Hasch geraucht als noch vor zehn Jahren. Die schlechte: Zwar hat nur eine Minderheit ein Suchtproblem. Aber die, die es betrifft, werden immer jünger. Und: Wer früh, also mit 12, 13 Jahren zu kiffen beginnt, läuft Gefahr, die Entwicklung seines Gehirns zu beeinträchtigen, seine kognitiven Fähigkeiten dauerhaft einzuschränken. Wenn es ums Thema Kiffen geht, wünschen sich Eltern vor allem eins: Antworten. Und Aufklärung. Wir liefern beides – hier: Mein Kind kifft - was nun?
«Kinder brauchen Führung durch Erwachsene.»
Jesper Juul, dänischer Familientherapeut und Kolumnist des Schweizer ElternMagazins 
Meine zweite Leseempfehlung: der aufwühlende Bericht einer Mutter über das Leben ihrer magersüchtigen Tochter. Als Lea noch 30 Kilo wog, sagten die Ärzte: «Lassen Sie Ihre Tochter los. Sie muss selber entscheiden, ob sie leben oder sterben will.» Eine Geschichte zwischen Hoffnung und Verzweiflung, die zum Glück gut ausgeht.

Sein Markenzeichen ist sein «gelassener Optimismus», dass Eltern nicht perfekt sein müssen, um ihre Kinder dennoch gut zu erziehen, seine Botschaft: Jesper Juul ist einer der bedeutendsten Familientherapeuten Europas und Bestsellerautor. Ab heute schreibt er regelmässig für das Schweizer ElternMagazin. Das Thema seiner ersten Kolumne: Mobbing. Der wichtigste Satz: «Mobbing beginnt nicht in den Köpfen der Kinder.»

Ich wünsche Ihnen viel Lesevergnügen und Glück an allen Tagen. 

Herzlichst, Ihr Nik Niethammer 

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