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Elternblog
Seite 3

«Rituale im Alltag geben meiner Tochter Sicherheit»

Annette Müllers Tochter ist hochsensitiv, Neues und Ungewohntes machen ihr Angst. Auch die Schule hat die Neunjährige schon verweigert.
«Ein hochsensitives Kind zu haben, empfinde ich im Alltag als grosse Herausforderung, vor allem, weil ich selbst nicht so ausgeprägt hochsensitiv bin. Bei meiner Tochter äussert sich die Hochsensitivität in vielen Aspekten, die von mir und dem Rest meiner Familie sehr grosse Rücksichtnahme verlangt.

Für mich ist immer die Frage: Wie finde ich eine gute Balance zwischen ihren Bedürfnissen, dem Respekt vor ihrer Persönlichkeit und der Organisation des Alltags sowie meinen Erwartungen? Ich tue mein Möglichstes, meiner Tochter den Umgang mit ihrer Hochsensitivität leichter zu machen, aber manchmal fehlen mir einfach ganz praktische, alltagstaugliche Tipps.

Wenn sie überreizt und überstimuliert ist, kommt es immer wieder zu Tränen oder Wutanfällen. In solchen Momenten wünsche ich mir mehr Gelassenheit und Geduld. Die Gesellschaft macht es den Hochsensiblen und ihren Familien ja auch nicht leichter. Manche Leute denken einfach, ich hätte meine Tochter nicht im Griff, oder meinen, sie sei einfach nur schlecht erzogen, beispielsweise wenn sie sich weigert, einen Arzttermin wahrzunehmen. Dabei tut sie es ja nicht aus Trotz, sondern aus einer Not, weil sie nicht weiss, was sie dort erwartet. Ich bereite sie nun wochenlang auf solche Termine oder Ortsveränderungen vor.

Um ihr Sicherheit zu geben, haben wir einen Wochenplan visualisiert und schaffen viele Rituale im Alltag. So muss sie an meinem Arbeitstag mittags nicht in den Hort, sondern meine Mutter kommt zu uns nach Hause und kocht, damit sich meine Tochter ausruhen kann. In der Schule machen ihr die vielen Lehrerwechsel immer wieder Kummer, so sehr, dass sie auch schon nicht mehr in die Schule wollte. 

Übertritte oder neue Fächer machen ihr Angst. Sie denkt einfach viel früher und viel intensiver über solche Dinge nach als andere Kinder.»

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